Equisetum arvense subsp. alpestre im Val Roseg?

Michael Kessler 13.07.2022

Am 10.7. habe ich im Val Roseg einen kleinwüchsigen Schachtelhalm gefunden, den ich aufgrund des Wuchsortes in einem Flachmoor in der Schwemmebene als E. palustre gehalten habe. Bei genauerer Betrachtung hat er sich aber als E. arvense herausgestellt, die untersten Segmente der Seitenäste sind deutlich länger als die Scheiden am Stiel. Aber die Pflanzen sind kriechend und in allen Massen (Dicke von Stiel und Segmenten; Länge der Segmente) deutlich kleiner.

Prelli & Boudrie (2021, Les Fougères et plantes alliées d'Europe; tolles Buch übrigens) führen diese Form als E. arvense subsp. alpestre. InfoFlora erkennt diese Unterart nicht an, ebensowenig wie Hassler auf der webseite Ferns of the World. Aber Schönswetter et al. (2001) haben gezeigt, dass die Merkmale dieser Form auch erhalten bleiben, wenn man sie ins Tiefland verpflanzt und empfehlen deshalb, sie anzuerkennen.

Habt ihr solche Schachtelhalme schon mal anderswo in der Schweiz gefunden? Kennt ihr Übergänge zu “normalem” E. arvense?

(Michael Kessler)

2 Risposte

Hallo Michael

Ich habe solche Formen von E. arvense schon hie und da in den Alpen angetroffen, ihnen aber bislang zu wenig Beachtung geschenkt. Denn erstmal ist es ja nicht besonders überraschend, dass Individuen derselben Art in höheren Lagen kleinwüchsig sind… Werde mich hier aber in Zukunft besser darauf achten müssen!
Übrigens wurde das Thema auch schon im Nachbarforum der Österreicher diskutiert, siehe hier:

http://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?f=18&t=381&p=1196&hilit=equisetum+alpestre#p1196

Beste Grüsse
Jonas

Danke für den Verweis auf die flora-austria-Seite! Sehr hilfreich!

Viele Grüsse,

Michael