Wenn die Blüten fehlen, ist bei den auf der Wasseroberfläche schwimmenden Blättern der See- und Teichrosen nicht so schnell auszumachen, um welche Gattung es sich handelt. Ein kleiner Trick hilft hier weiter:
- Bei den Teichrosen (Nuphar) sind die Seitennerven am Blattrand 2–3-fach dichotom verzweigt und bilden keine geschlossenen "Maschen".
- Bei den Seerosen (Nymphaea) sind die Seitennerven am Rand der Blattspreite miteinander verbunden und bilden 1–2 Reihen von geschlossenen "Maschen".
Das Verzweigungsmuster der Blattnerven lässt sich auch bei ziemlich mitgenommenen Exemplaren oder sogar bei eingetrockneten, angeschwemmten Blättern bestimmen.
3 Antworten
Mehr Unterhaltungs- als Bestimmungswert hat der Blätterli-Test (wobei es bei den Teichrosen Nuphar deutlich mehr Puste braucht als bei bei Seerosen-(Nymphaea)Blättern):
Die bis zu 3 m langen Blattstiele werden von durchgehenden "Luftröhren" durchzogen, die eine ausreichende Durchlüftung des Gewebes gewährleisten. Damit funktionieren die Stiele wie Trinkhalme (oder wie ein ganzer Trinkhalm-Bündel) – was mit reinpusten getestet werden kann: Bei der Teichrose (Nuphar) steigen kleine Blasen auf – bei den Seerosen (Nymphaea) entsteht praktisch ein Whirlpool (oder ein Sturm im Wasserglas).
Die umgekehrte Richtung ist natürlich auch möglich, z.B. um mit einem langen Blattstiel Sirup zu trinken.
Falls die vermeintlichen Seerosen- (resp. Teichrosen-)Blätter viel kleiner sind, käme noch der Teichenzian (Nymphoides peltata) in Frage: Diese Art zeichnet sich durch dicht gepunktete Blattunterseiten aus.
Liebe Muriel
Total spannend. Spontan habe ich mich gefragt, ob die Grösse des Intrazellulerraums für die Nuphar lutea und Nymphaea alba einen zusammenhang mit ihrer Wurzeltiefe (6m vs. 1-3m) hat?